Was passiert im Körper der Frau?

Wechseljahre oder Klimakterium sind die Bezeichnungen für die gesamte Phase des Hormonwechsels, von der Prämenopause über die Perimenopause und die Menopause bis hin zum Abschluss der Postmenopause.

Wechseljahre Übersicht

Verlauf der Progesteron-, Östrogen- und Testosteron-Blutspiegel während der Wechseljahre

Prämenopause

40–50 JAHRE

Unter der Prämenopause ist der Zeitraum zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr zu verstehen. Was passiert jetzt? Die Eierstöcke verlangsamen nach und nach ihre Arbeit, wodurch die Produktion der Hormone abnimmt. Bei einigen Frauen werden die Monatsblutungen nun unregelmäßig oder auch sehr stark und langanhaltend. Zusätzlich können vor dem Beginn der Menstruation Symptome wie Kopfschmerzen, Brustspannen, Wassereinlagerungen im Körper und Reizbarkeit auftreten.

Durch die hormonellen Veränderungen in dieser ersten Phase der Wechseljahre sinkt bereits die Fruchtbarkeit der Frau. Eine Schwangerschaft ist dennoch nicht unmöglich.

Perimenopause

47–51 Jahre

Die Perimenopause bezeichnet die Zeit etwa zwischen dem 47. und 51. Lebensjahr. Nach und nach stellen die Eierstöcke die Produktion von Eizellen (Follikel) ein. Dadurch kommt es immer seltener zu einem Eisprung.

Die Folge: Die Funktion des Gelbkörpers, der für die Produktion des Hormons Progesteron verantwortlich ist, wird schlechter. Die schon in der Prämenopause begonnenen, unregelmäßigen Monatsblutungen setzen sich fort oder beginnen in dieser Phase.

Der Hormonhaushalt verändert sich nun stark und gerät aus dem Gleichgewicht: Während neben dem Progesteron etwas später auch der Östrogenspiegel sinkt, verändert sich der Status des männlichen Hormons Testosteron, das ebenfalls von den Eierstöcken gebildet wird, kaum. Testosteron ist für die Qualität der Muskelmasse und Knochendichte mitverantwortlich.

Nun kann es zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen und Erschöpfungszuständen kommen.

Menopause

UM DIE 51 JAHRE

Die Perimenopause endet 12 Monate
nach der Menopause, die den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung bezeichnet. Durchschnittlich tritt heute die Menopause im Alter von 51 Jahren ein.

Postmenopause

51–65 JAHRE

Nach Abschluss der Perimenopause enden die Wechseljahre mit der sogenannten Postmenopause im Alter von etwa 65 Jahren. Die Produktion von Progesteron und der Östrogene ist in dieser Phase nahezu erloschen. Als Folge davon kann es zu Faltenbildung sowie zum Austrocknen der Haut- und Schleimhäute kommen. Das Risiko einer Harninkontinenz oder Osteoporose ist erhöht. Auch Probleme wie Scheidentrockenheit und Beeinflussung der Sexualität treten immer öfter auf.

Frühe Wechseljahre

Frühe Wechseljahre kommen häufiger vor, als man denkt. Etwa drei bis fünf Prozent der deutschen Frauen sind bei ihrer letzten Monatsblutung jünger als 35 bzw. 40 Jahre.1

WARUM IST DAS SO?
Oft sind Frauen betroffen, die eine Chemotherapie erhalten haben. Durch die Medikamente können die Eierstöcke geschädigt werden. Krebspatientinnen kommen dann sehr viel früher in die Wechseljahre.

Auch Autoimmun-Erkrankungen wie z. B. Schild­drüsenfunktionsstörungen können eine Ursache für „Frühe Wechseljahre“ sein.

Doch der häufigste Grund ist, dass die betroffenen Frauen mit einem sehr geringen Vorrat an Eizellen geboren wurden. Festgestellt wird dies meist, wenn ein unerfüllter Kinderwunsch besteht und die Frauen deshalb ihren Arzt aufsuchen.

1Brigitte, 3/15, Prof. Dr. Bettina Toth, Gynäkologin am Universitätsklinikum Heidelberg